Tipps: Wie erkenne ich eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid?

Aufgrund der unspezifischen Beschwerden ist es im Allgemeinen schwierig zu erkennen, dass und ob eine Kohlenmonoxid-Vergiftung vorliegt. Haus- oder Wohnungsbesitzer wissen in der Regel, wann die letzte Überprüfung zum Beispiel der Heizungsanlage durch einen Schornsteinfeger durchgeführt wurde. Liegt diese bereits etwas länger zurück oder sind zum Beispiel Ihr Kamin, der Gasherd oder die Gastherme häufig in Benutzung, sollten Sie bei den folgenden Symptomen hellhörig werden – vor allem, wenn nicht nur Sie allein, sondern auch Ihre Familie oder Ihr Haustier krank werden.

Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung

  • Allgemeines Unwohlsein
  • Gereiztheit, Verwirrtheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Krämpfe
  • Im Verlauf der Vergiftung färben sich Lippen und Wangen deutlich rot. Später tritt häufig Bewusstlosigkeit ein. Diese führt in vielen Fällen zum Tod, da man aus der Bewusstlosigkeit nicht mehr aufwacht.

Was tun bei Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung?

  • Falls möglich: Schalten Sie das Gerät aus.
  • Verlassen Sie sofort den Raum – gehen Sie am besten an die frische Luft.
  • Rufen Sie Feuerwehr und Krankenwagen (europaweit gilt die Notrufnummer 112).

Grippe, Erkältung, Magen verdorben: Dies vermuten Betroffene hinter einer Kohlenmonoxid-Vergiftung

Grippe, Erkältung, Magen verdorben: Dies vermuten Betroffene hinter einer Kohlenmonoxid-Vergiftung © by-studio - fotolia.com

Das Tückische: Kohlenmonoxid kann man nicht riechen, schmecken, sehen oder durch eine Reizung der Atemwege bemerken. Betroffene atmen ohne Beschwerden weiter und stellen bis auf unspezifische Symptome in der Regel nichts fest. Manche vermuten, dass eine Grippe oder Erkältung im Anflug ist oder sie etwas Verdorbenes gegessen haben. Deshalb suchen sie meist keinen Arzt auf.

Aber genau das ist das Gefährliche: Sie legen sich hin, weil sie glauben, harmlosen Schwindel und Kopfschmerzen zu verspüren und wachen im schlimmsten Fall nicht mehr auf. 

Spätfolgen: Migräne, Probleme mit der Konzentration, Herz- und Kreislauferkrankungen

Im weiteren Verlauf einer Kohlenmonoxid-Vergiftung verfärben sich Haut und Lippen rot, verursacht durch die Wirkung des Kohlenmonoxids auf den Farbstoff in den roten Blutkörperchen, dem Hämoglobin. Oftmals tritt bei Betroffenen im fortgeschrittenen Vergiftungsstadium Bewusstlosigkeit ein, die häufig zum Tod führt. Zu Spätfolgen zählen ebenso dauerhafte Konzentrationsschwierigkeiten, Migräne, Herz-/Kreislaufkrankheiten oder psychische Erkrankungen.

Behandlung in einer Sauerstoff-Überdruckkammer

Liegt der Verdacht auf eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid vor, sollten Sie so schnell wie möglich den Notarzt rufen. Der Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut halbiert sich innerhalb von rund vier Stunden zwar von selbst, aber je nach Grad der Vergiftung kann eine kontrollierte Hyperbare Sauerstoffbehandlung, kurz HBO, in einer Druckkammer überlebenswichtig sein. Patienten sitzen in einer Stahlkammer unter ständiger Beobachtung der Vitalfunktionen (Blutdruck, Herzschlag, Atmung) und atmen über Schläuche Sauerstoff ein, was das Kohlenmonoxid aus dem Blut verdrängt.

Innerhalb von nur 20 bis 40 Minuten lässt sich so der CO-Gehalt im Blut um die Hälfte verringern. Deutschlandweit gibt es rund 20 Druckkammerzentren.

Weitere Informationen rund um die kontrollierte Hyperbare Sauerstoffbehandlung, eine kostenlose Hotline-Nummer sowie welches Druckkammerzentrum in der Nähe Ihres Wohnortes liegt, finden Sie auf der Internetseite des Verbands Deutscher Druckkammerzentren e. V. (VDD).

Zum Verband Deutscher Druckkammerzentren

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